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Rückblick der Fachtagung 2010

Photoimpressionen der Fachtagung 2010

Wir haben für Sie die schönsten Photos der Fachtagung zusammengestellt. Zu der Bildergalerie gelangen Sie über den folgenden Link:

Bildergalerie

Programm Montag 08.03.2010

09:00-09:15 Begrüßung

Ralf Wesuls, Wolfgang Kurz

09:15-10:00 Evaluationsstudie von Dr. Anni Peller

Wirksamkeit und Effektivität der Implementierung eines professionelles Deeskalationsmanagement in Institutionen des Gesundheitswesens

10:00-10:45 Evaluationsstudie Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Annett Zeh

Wirksamkeit und Effektivität der Implementierung eines professionelles Deeskalationsmanagement in Institutionen mit behinderten Menschen

 

 

10:45-11:15 Pause

11:15-12:00 Risiken bei der Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen

Univ.-Prof. Dr. Andrea M. Berzlanovich

Am häufigsten werden freiheitsentziehende Maßnahmen bei Sturzgefährdung, Verhaltensstörungen, motorischer Unruhe und zur Sicherung von medizinischen Behandlungen eingesetzt. Die Einschränkung des Bewegungsspielraums eines Menschen kann hierbei grundsätzlich durch mechanische Maßnahmen (z.B. Bettgitter, Gurte, Schutzdecken, verschlossene Türen) oder durch medikamentöse Ruhigstellungen, die nicht ausschließlich der Heilbehandlung dienen, erfolgen. Im gerichtsmedizinischen Obduktionsgut werden immer wieder Todesfälle von pflegebedürftigen Patienten speziell im Zusammenhang mit mechanischen Fixierungsmaßnahmen beobachtet. Hauptziele der Studie „Todesfälle bei mechanischer Fixierung in Pflegesituationen“ waren neben Erhebung der Frequenz von Todesfällen nach Fixierungsmaßnahmen, die Erfassung der Auffindungssituation, Feststellung der Todesursache der Betroffenen und die Analyse der Unfallursachen.

12:00-12:45 Fixation im nationalen und europäischen Vergleich

Prof. Dr. med. Tilman Steinert

Der Umgang mit Gewalt und Zwang ist ein Kernproblem psychiatrischer Einrichtungen sowohl im Hinblick auf die Sicherheit von MitarbeiterInnen als auch im Hinblick auf einen menschenwürdigen Umgang mit PatientInnen bzw. KlientInnen. Wie häufig und in welcher Form begegnen Einrichtungen dieser Problematik in Deutschland und im europäischen Ausland.

15:00-17:00 Workshops

W 1-"Erfahrungen sowie Schwierigkeiten bei der Kollegialen Ersthilfe und Nachbereitung nach aggressiven Übergriffen"
Dr. phil. Thomas Lindner

Welche Erfolge haben die Trainer bei der Umsetzung der Ersthilfe- und Nachsorgekonzeptionen in ihren Institutionen erlebt? Aber auch: Welche Hindernisse und Schwierigkeiten sind dabei aufgetreten? In diesem Workshop sind die Teilnehmer eingeladen, über ihre konkreten Erfahrungen zu sprechen. In Form einer Supervision, die auch Elemente kollegialer Beratung einschließt, sollen die Inhalte des Erfahrungsaustauschs reflektiert werden. Überdies geht es darum, aus Erfolgen und Misserfolgen zu lernen und gemeinsam Strategien zur konstruktiven Auseinandersetzung mit alten und neuen Problemen zu erarbeiten. Ergänzend sind Übungen und Rollenspiele vorgesehen, in denen Techniken der Kollegialen Ersthilfe praktisch erprobt werden können.
 

W 2- Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg
Gerd Böhner

Marshall B. Rosenberg entwickelte und setzte die GFK zunächst in den sechziger Jahren in Projekten ein, die der Mediation und der Vermittlung von Kommunikationsfähigkeiten dienten. 1984 gründete er das Center for Nonviolent Communication (CNVC). Diese gemeinnützige Organisation bietet Trainings weltweit an. Inwiefern die GFK auch in der verbalen Deeskalation von ProDeMa hilfreich eingesetzt werden kann, soll anhand von praktischen Übungen erarbeitet werden.
 

W 3- Umgang mit selbstverletzendem Verhalten
Tine Nössner

Die Teilnehmer erhalten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen im Umgang mit betreuten Menschen mit selbstverletzenden Verhaltensweisen darzustellen. Gemeinsam werden die Beobachtungen und Problembeschreibungen analysiert, um eine passende Erklärung und ein Verständnis zu finden, aus dem sich Wege für eine Deeskalation ergeben. Dabei wird zwischen kurzfristigen Notfallmaßnahmen (DS IV) und einem langfristigen, therapeutischen Vorgehen unterschieden (DS VII).
 

W 4- Neue alternative Methoden der Immobilisation zur Verhinderung / Verminderung zeitaufwendiger und patientenbelastender Fixierungen
Thomas Heinzmann

Präsentation und praktische Demonstration der 4 Immobilisationsstufen ohne Fixierung inklusive Haltetechniken bei Zwangsmedikation. In praktischen Übungen werden die erweiterten Immobilisationsstufen und die Anwendung der BioCare-Matratze vorgestellt und trainiert. Ein reger Erfahrungsaustausch ist in diesem Workshop erwünscht.
 

W 5-Umgang mit Re-Traumatisierung während ProDeMa® Schulungen
Ralf Wesuls

Ausgelöst durch Theorieinhalte, verbale Deeskalation oder Körperinterventionstechniken können in Schulungen Erinnerungen wachgerufen werden an traumatisierende Ereignisse. Es werden Tipps und Anregungen gegeben wie mit solchen Re-Traumatisierungen während einer Schulung umgegangen werden kann.
 

W 6-Umgang mit dissozialen Patienten - Milieugestaltung
Peter Kraus

Der tägliche Umgang mit dissozialen Patienten stellt immer wieder besondere Anforderungen an die entsprechenden Behandlungsteams. Nicht selten steht am Ende aller Bemühungen die therapeutische Bankrotterklärung. Gerade in den letzten Jahren zeigt sich jedoch immer mehr, dass es Einwirkungsmöglichkeiten gibt und Menschen mit einer derartigen Störung deeskaliert werden können. Der Workshop soll einige Anregungen geben hinsichtlich Beziehungsgestaltung und Übertragungsprozesse, Milieugestaltung, Deeskalationsstrategien in schwierigen Situationen und der besonderen Rolle des Deeskalationstrainers.
 

W 7-Deeskalation und Kommunikation mit ausländischen Patienten
Dr. Anni Peller

Angespannte Situationen treten sehr häufig mit Patienten oder Angehörigen anderer kultureller Herkunft auf. Die Ursachen hierfür werden benannt und kulturell bedingte Komunikationshindernisse und deren Folgen identifiziert. Die Teilnehmer werden in verschiedenen Übungen sensibilisiert, wie präventiv kultursensibel gearbeitet bzw. in problematischen Situationen deeskaliert werden kann.
 

W 8-Macht als tägliches Mittel der Arbeit und die Gefahr diese zu missbrauchen
Markus Reiter

Macht ist ein sehr sensibles Instrument. Wir müssen uns stets bewusst sein, welchen Einfluss wir mit unserer Macht haben. Da unsere tägliche Arbeit von Stress und unangenehmen Situationen begleitet wird, ist es besonders wichtig, sich stets an die eigene Professionalität und die Rolle, die man inne hat, zu erinnern und sich diese stets bewusst zu machen.
 

W 9-Umgang mit Aggressionen von und zwischen Mitarbeitern
Ingrid Weilbacher

Im kollegialen Setting erfordern aggressive Verhaltensweisen von Mitarbeitern spezielle deeskalierende Strategien und Gesprächsregeln. Diese werden nach kurzem Theorieinput an konkreten Praxisbeispielen der Teilnehmer verdeutlicht und eingeübt.
 

W 10-Besondere Aspekte der Deeskalation in der Somatik
Robert Geißler, Angelika Merz

Anhand von 4 Fallbeispielen (Intoxikation, Annäherung an das Krankenbett, Wartesituation, Angehörige von Kindern) werden exemplarisch Möglichkeiten für eine professionelle Deeskalation in diesen besonderen somatischen Situationen aufgezeigt.
 

W 11-Umgang mit gefährlichen Gegenständen in der Aufnahmesituation
Michael Kautz

Durch Waffen und waffenähnliche Gegenstände entstehen besonders in Akut- und Aufnahmesituationen riskante, unvorhersehbare Situationen, die oftmals zu einer großen Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit beim Personal führen. Hier gilt es, besondere Sicherheitsregeln zum Selbstschutz zu beachten. In diesem Workshop wollen wir Ihnen einen Ein- und Überblick über solche Bedrohungslagen geben, sowie auf den spezifischen Umgang mit verschiedenen Waffen eingehen. Auch der rechtliche Aspekt soll hier berücksichtigt werden.
 

W 12-Sichere Annäherung bei pflegerischen Interventionen, die nahen körperlichen Kontakt erfordern.
Ingeborg Thurner-Dierolf

Im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen führt eine falsche Herangehensweise bei der Mobilisierung, Ernährung, Lagerung und sonstigen Pflegeverrichtungen immer wieder zu Abwehrreaktionen des Patienten, die als Aggression fehlinterpretiert werden. Im Workshop werden auf der Basis neuropsychologischer Erkenntnisse verschiedene Methoden der sicheren Annäherung demonstriert, welche keine aggressionsauslösende Reize beinhalten.
 

W 13-Deeskalationstrainings in der Krankenpflegeschule
Oliver Klostermann, Dirk Hoffmann, Ida Will

Um ein Deeskalationstraining erfolgreich in Ausbildungen des Gesundheits- und Sozialwesen durchzuführen, ist einiges zu berücksichtigen. Methodische, lernpsychologische, ökonomische und rechtliche Aspekte aus Sicht des Arbeitsschutz sind zu beachten. Auch die Integration in bestehende Curricula der ausbildenden Einrichtungen wird besprochen. Es werden verschiedene Konzepte mit Vor- und Nachteilen vorgestellt und diskutiert.
 

W 14-Sexualität in geschlossener Unterbringung
Oliver Herzog

Das Seminar wird sich mit den juristischen, psychiatrischen und ethischen Aspekten der Sexualität von Menschen in geschlossener Unterbringung befassen und die Installation eines "Begegnungszimmers" zu diskutieren. Der Seminarleiter bringt Erfahrungen in der Entwicklung, Dynamik und praktischen Umsetzung eines entsprechenden Projekts ein. Das Seminar soll sich daran grob orientieren, bietet aber jede Offenheit, einzelne Aspekte zu vertiefen und ausführlich auf Erfahrungen und Anregungen der Teilnehmer einzugehen. Je nach Teilnehmerzahl ist auch eine Besichtigung des Begegnungszimmers vorstellbar.
 

ab 18:15 Fachtagungs-Treff in Stoll´s Kaffeehaus

Café Stoll Heidelbergerstr. 61, Wiesloch

Das gesamte, gemütlich eingerichtete Café steht uns an diesem Abend als Trainer-Treff und zum gemütlichen Beisammensein aller Fachtagungsteilnehmer zur Verfügung.

Programm Dienstag 09.03.2010

09:00-10:00 Lust, Frust und sexuelle Gewalt in geschlossenen Institutionen und Heimen

Tine Nössner

Sexuelle Entfaltung bringt Lebensfreude, Ausgeglichenheit und erfreuliche gesundheitliche Wirkungen. Verhinderte Sexualität erzeugt Anspannungen und kann zu einem erhöhten Aggressionspotential führen. Sexuelle Übergriffe bewirken Leid und schwere psychische Schädigungen. In diesem Spannungsfeld stehen Mitarbeiter aller Institutionen des Gesundheitswesens. Aktuelle Betreuungsrichtlinien und Studien zur sexuellen Gewalt bringen Licht in das immer noch tabuisierte Dunkel des sexuellen Lebens in Heimen. Der einfühlsame und schützende Umgang mit sexuellen Bedürfnissen sollte in jeder Betreuungskonzeption verankert sein und als Teilaspekt der Deeskalation im Team umgesetzt werden.

10:00-10:45 Sexuelle Grenzverletzungen im Kindes- und Jugendalter: Hintergründe, Formen und Vorstellung eines spezialisierten Behandlungskonzepts

Dr. Kristina Scheuffgen

Zentrale Entwicklungsaufgabe im Bereich der Sexualität ist das Formen der sexuellen Identität und der sexuellen Orientierung im Zusammenhang mit Geschlechterrollen und Sozialisationserfahrungen insgesamt. Sexuelle Erfahrungen und das Erleben sexueller Fantasien gilt es in den jeweiligen sozialen Kontexten zu integrieren. Dabei ist die Wahrnehmung zwischenmenschlicher Grenzen ausschlaggebend für Beziehungen, die von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet sind. Anhand von Fallbeispielen werden problematische Entwicklungen, Störungen und Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen beschrieben, die sexuell aggressiv sind, sexuell missbrauchen und/oder sexuell grenzverletzen. Risikofaktoren und Risikosituationen, die sich aus diesen Faktoren ergeben, werden dargestellt. Daraus ergeben sich Erkenntnisse für das frühzeitige Erkennen von der Entwicklung von sexueller Gewalt.

10:45-11:15 Pause

11:15-12:00 Sexualität und herausforderndes Verhalten in Einrichtungen mit betagten Menschen

Ingeborg Thurner-Dierolf, Angelika Hübsch

Sexualität im Alter zu akzeptieren, zu ermöglichen oder gar zu fördern, ist für die meisten Betreuungspersonen in Pflegeheimen immer noch ein tabuisiertes Thema. Dass sich betagte Menschen in einem Pflegeheim nicht selten sexuell neu orientieren, neue Beziehungen eingehen und körperliche Nähe zu Mitbewohnern suchen, ist für Angehörige häufig schwer zu ertragen und für Pflegekräfte auch nicht leicht zu kommunizieren. Im rigiden, manchmal abwertenden Umgang mit den Bedürfnissen betagter Menschen entstehen nicht selten aggressive Verhaltensweisen. Eine neue, förderliche und deeskalierende Wertehaltung zur Thematik zu entwickeln, wird eine der Herausforderungen für die Altenpflege der Zukunft werden.

12:00-13:00 Mittagspause

12:00-13:00 Workshops

W 1 bis W 14, vgl. Programm 08.03.2010

15:30-16:00 Abschlussrede

Ralf Wesuls

16:00 Danksagungen

Ende der Fachtagung
Ausklang bei Kaffee und Kuchen