Ausbildung zum/zur Deeskalationstrainer*in

Fachbereich Justizvollzug 

Fachspezifischer Inhalt 

Diese Ausbildung ist spezialisiert auf den deeskalierenden Umgang mit Inhaftierten und Angehörigen im vollzuglichen Setting. Das Konzept ist bereits in mehreren Justizvollzugeinrichtungen implementiert und umgesetzt. In den Justizvollzugsanstalten reagieren Inhaftierte oder Angehörige in vielerlei Krisensituationen immer wieder mit z.T. heftigsten aggressiven Verhaltensweisen, z.B. bei Ablehnungen, Besuchssituationen, bei Anspannungszustände der Inhaftierten im täglichen Umgang mit ihnen oder in Aufnahmesituationen, Entzugs- oder Entgiftungsphasen, Alkohol- und oder Drogenintoxikationen, bzw. sonstigen Verwirrtheitszuständen. In Einrichtungen des Vollzuges erweitert sich die Problematik um die Klientel, der dissozialen Inhaftierten und der Inhaftierten mit Persönlichkeitsstörungen und oder psychiatrischen Erkrankungen.

Schwerpunkte

  • Definitionen, Arten und Formen von Aggressionen und Gewalt.
  • Professionelles Deeskalationsmanagement im Kontext des Vollzuges.
  • Ergebnisse von Studien zur Gefährdungsanalyse, besondere Gefahrenbereiche in Justizvollzugseinrichtungen.
  • Möglichkeiten der Primärprävention: Verhinderung und Verminderung von aggressionsauslösenden Reizen im vollzuglichen Setting
  • Besondere aggressionsauslösende Reize bei unterschiedlichen Krankheitsbildern und Störungen im Vollzug.
  • Wahrnehmung, Interpretation und Bewertungsmuster: Fehlinterpretationen und deren Auswirkungen.
  • Private und professionelle Beziehungsmuster in der Arbeit mit Inhaftierten im vollzuglichen Setting.
  • Systemischer Eskalationskreislauf: Analyse von Eskalationsprozessen im Vollzugsalltag.
  • Ursachen und Beweggründe von aggressiven Verhaltensweisen von Inhaftierten und Angehörigen.
  • Aggressive Verhaltensweisen bei subjektiv erlebter Ohnmacht und Fremdbestimmung in Justizvollzugsanstalten.
  • Verbale Deeskalation (intensives Training mit Video-Feedback und Train-the-Trainer-Einheiten).
  • Besonderheiten verbaler Deeskalation bei unterschiedlichen Krankheitsbildern und Störungen: Akute Psychosen,  Intoxikationszuständen, etc.
  • Situationstraining: Deeskalation in typischen Gefährdungssituationen in Justizvollzugsanstalten.
  • Deeskalierende Aufstellung und Vermittlung von Regeln und Grenzen im vollzuglichen Setting, deeskalierender Umgang mit Regelverletzungen.
  • Methoden und Möglichkeiten deeskalierender Grenzsetzungen im akuten Konfliktfall.
  • Deeskalierende Ansätze bei der notwendigen Umsetzung von Konsequenzen.
  • Abwehr- und Fluchttechniken bei leichten, mittleren und heftigen Angriffen von Inhaftierten.
  • Notwendigkeit, Re­fle­xi­on und deeskalierende Durchführung von Zwangsmaßnahmen.
  • Verletzungsfreie Halte- und Begleittechniken.
  • Vier-Stufen-Immobilisationskonzept: Einsatz von Haltetechniken mit Integration der verbalen Deeskalation, speziell für den Vollzug.
  • Deeskalierende Methoden der Begleitung von Inhaftierten.
  • Nachbearbeitung von Vorfällen mit einzelnen Mitarbeiter*innen und/oder dem Team (Tertiärprävention), wenn möglich mit der/dem Inhaftierten.
  • Kollegiale Erstbetreuung und Nachsorge bei Übergriffen, Führungsverhalten und deren Auswirkungen im Umgang mit traumatisierten Mitarbeiter*innen

Allgemeine Inhalte der Ausbildung

Alle Ausbildungen haben neben der Fachspezifischen Inhalten dieselbe gemeinsame Inhaltsstruktur (Deeskalationsstufen 1 bis 7) und dieselbe Ausbildungsstruktur. In all unseren Ausbildungen haben wir die Theorie auf ein unverzichtbares Minimum beschränkt zugunsten maximaler Trainingszeit und praktischer Kompetenzvermittlung.

Informationsbroschüre

Wissenswertes, Termine, Kosten und Fördermöglichkeiten zu allen von ProDeMa® angebotenen Ausbildungen im Bereich Deeskalationsmanagement als Broschüre (24 Seiten)