Ausbildung
Deeskalationstrainer*in Jugend


Fachbereich Kinder und Jugendliche

Ab 19.04.2023 in Hamburg

Kurs
JUGEND 2023-04 Hamburg
Termine
19.04. – 21.04.2023 3 Tage Einführung
12.06. – 14.06.2023 3 Tage Grundlagen
04.09. – 06.09.2023 3 Tage Fokusblock Jugendliche
14.11. – 16.11.2023 3 Tage Trainerkompetenzen und Abschluss
07.11. – 08.11.2024 2 Tage Reflexion/Vertiefung
Veranstaltungskosten

3.960,- € zzgl. 2 Tage Reflexion/Vertiefung 500,- €

In den Kosten enthalten sind Verpflegung (Kaffee, Tee, Kaltgetränke, 2 Pausenverpflegungen), sämtliche Unterrichtsmaterialien, DVD mit Videos, Arbeitsblättern und Power-Point-Präsentationen für die eigene Schulungsgestaltung, Praxisleitfaden u.a.

Veranstaltungsort
Stiftung Kultur Palast
Öjendorfer Weg 30a
22119 Hamburg
Die Ausbildung zum/zur Deeskalationstrainer*in

Allgemeine Inhalte

Ausbildungsumfang bei 12-tägigen Ausbildungen

  • 152 Stunden, davon 96 Stunden Präsenzphasen (4 Blöcke á 3 Tage im Abstand von 10 bis 12 Wochen).
  • 40 Stunden nachgewiesene Praxisstunden während der Ausbildung (Heimarbeit) und 16 Stunden Präsenzblock „Reflexion/Vertiefung“ (2 Tage, ca. 9 bis 12 Monate nach Ausbildungsende).
  • In den Präsenzphasen werden die Teilnehmer*innen zeitweise von mehreren Dozent*innen parallel betreut und trainiert.

Ausbildungsinhalte in den Präsenzphasen 

  • Aufbau und Qualitätssicherung eines Deeskalationsmanagements.
  • Wissensvermittlung, Gruppenarbeiten und Übungen zu den Deeskalationsstufen 1 bis 3.
  • Methodenvermittlung und didaktisches Training für den eigenen Unterricht. 
  • Kompetenzvermittlung im Umgang mit aggressiven Verhaltensweisen der Klientel: Verbales Deeskalationstraining mit Video-Feedback und Train-the-Trainer-Einheiten.
  • Schonende Vermeidungs-, Abwehr, Löse- und Fluchttechniken bei Übergriffen durch Klientel, schonende Begleittechniken, 4-Stufen Immobilisationstechnik mit Train-the-Trainer-Einheiten.
  • Kleine Psychotraumatologie und kollegiale Erstbetreuung nach Übergriffen, Aufbau einer Nachsorgekonzeption.
  • Tertiärprävention nach Vorfällen mit herausfordernden oder aggressiven Verhaltensweisen.
  • Training typischer Schlüsselsituationen in der Arbeit von Deeskalationstrainer*innen.

Aufgabenstellungen in den Praxisphasen

  • Formulierung von Leitgedanken, Qualitätskriterien und Qualitätszielen im Umgang mit aggressiver Klientel (gemeinsam mit Führung).
  • Gefährdungsanalyse: Feststellung besonderer Gefährdungsbereiche oder besonderer Gefährdungssituationen (gemeinsam mit Mitarbeitenden und Führung).
  • Durchführung einer Evaluation in der eigenen Institution, (an Standorten, welche bereits seit mehr als 2 Jahren einen Deeskalationstrainer haben oder mindestens 50% der Mitarbeiter geschult sind)
  • Innerbetriebliche Vernetzung mit Qualitätsmanagement, Betriebsärzt*innen, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Personalrat und ggf. mit bestehenden internen Arbeitsgruppen.
  • Integration in ein bestehendes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM).
  • Erarbeitung eines schriftlichen Konzepts zur Implementierung des Deeskalationsmanagements in der eigenen Institution inkl. Projekt- und Schulungsplanung und Nachsorgekonzeption. 
  • Vorbereitung einer Lehrprobe.

Pädagogische und didaktische Umsetzung

  • Große Vielfalt an methodischen und didaktischen Tipps und Hinweisen.
  • Durchführung einer Lehrprobe mit Video-Feedback im Einzelgespräch.
  • Train-the-Trainer-Einheiten.
  • Erarbeitung eigener didaktischer Ideen.
  • Aushändigung sämtlicher Lehrmaterialien (Power-Point-Präsentationen, Trainingsvideos, Arbeitsblätter etc.)

Leistungsnachweis
Abgabe des Konzepts zur Implementierung des Professionellen Deeskalationsmanagements in der eigenen Institution. 

Prüfungen 
In Form von Train-the-Trainer-Einheiten, erfolgt eine praktische Lehrprobe zur theoretischen Wissensvermittlung sowie eine intensive Anleitung und das Training zur Durchführung von Situationstrainings. Für die Körperinterventionstechniken (Deeskalationsstufen 5 und 6) weisen die Teilnehmer*innen in einer Train-the-Trainer-Einheit nach, dass sie eine erlernte Technik beherrschen und präzise an die Teilnehmenden ihrer Institution weitervermitteln können. Diese Prüfungen sind relevant für die Erteilung des Zertifikats.

Zertifikat
Nach Abgabe des Leistungsnachweises und Absolvierung der Prüfung erhält der/die Teilnehmer*in das Zertifikat der Deeskalationstrainerin/des Deeskalationstrainers nach ProDeMa®. Das Zertifikat berechtigt Teilnehmende zur Durchführung der Schulungen und der Implementierung des Präventionskonzepts in der eigenen Institution. Die Durchführung von Schulungen in anderen Institutionen oder die Schulung externer Teilnehmer*innen in der eigenen Institution ist ausgeschlossen.

Fachbereich - Kinder und Jugendliche

Fachspezifische Inhalte

  • Grundlagen des Erziehungsauftrags im täglichen Umgang mit Kindern und Jugendlichen aus „deeskalierender“ Sicht
  • Besondere Aggressionsarten und -motivationen bei Kindern und Jugendlichen
  • Entwicklung und Bedeutung aggressiver Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen auf dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Erkenntnisse
  • Aggressive Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen vor dem Hintergrund psychiatrischer Erkrankungen im ambulanten und stationären Setting
  • Modellwirkung von Mitarbeiter*innen  im Konfliktfall im Sinne des Wahrnehmungslernens
  • Spezielle aggressionsauslösende Reize bei Kindern und Jugendlichen
  • Autonomie- und Selbstbestimmungswünsche von Kindern und Jugendlichen in restriktiven Settings
  • Angst-, Selbstwert- und Sinnprobleme von Kindern und Jugendlichen und deren Auswirkungen im pädagogischen und therapeutischen Kontext
  • Methoden der verbalen Deeskalation bei Kindern und Jugendlichen
  • Verbales Deeskalationstraining unter Berücksichtigung von Sprachniveaus und subkulturellen Besonderheiten
  • Verbale Deeskalation von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen psychiatrischen Erkrankungen oder Störungsbildern
  • Deeskalierende Aufstellung und Vermittlung von Regeln und Grenzen im Umgang mit Regelverletzungen
  • Methoden und Möglichkeiten deeskalierender Grenzsetzungen im akuten Konfliktfall
  • Deeskalierende Ansätze bei der notwendigen Umsetzung von Konsequenzen
  • Aggressive Verhaltensweisen und ihre Funktion in der Peer-group, Umgang mit angespannten und aggressiven Gruppensituationen
  • Deeskalierendes Verhalten in Situationen des Machtkampfes zwischen Jugendlichem und Mitarbeiter im Gruppen-Setting
  • Schonende, Vermeidungs-, Abwehr-, Löse- und Fluchttechniken bei Übergriffen von Kindern
  • Spezielle Haltetechniken für Kinder bei akuten Gefahrensituationen
  • Spezielle Körperinterventionstechniken bei Übergriffen von Jugendlichen, Möglichkeiten der Immobilisation (nur für Mitarbeitende der Kinder- und Jugendpsychiatrie)
  • Die Nachbearbeitung von Vorfällen mit Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel, alternative Wege zu aggressiven Verhaltensweisen zu erarbeiten
Fachbereich - Jugend

Fachspezifische Inhalte

  • Grundlagen des Erziehungsauftrags im täglichen Umgang mit Schülerinnen und Schülern aus „deeskalierender“ Sicht
  • Innere Not der Kinder und Jugendlichen durch Unter- oder Überforderung im Schulalltag
  • Besondere Aggressionsarten und -motivationen bei Kindern und Jugendlichen
  • Expressive und instrumentelle Aggression
  • Eskalierende Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern
  • Entwicklung und Bedeutung herausfordernder oder aggressiver Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen auf dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Erkenntnisse
  • Gestaltung des täglichen Umgangs zur Verhinderung von aggressionsauslösenden Reizen im Setting des systemischen Umfelds, z.B. Schule oder Internat/Wohnheim
  • Wahrnehmungs-, Interpretations- und Bewertungsmöglichkeiten von Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen 
  • Angst, Selbstwert – und Perspektivkonflikte von Schülerinnen und Schülern und deren Auswirkung auf den schulischen Kontext
  • Macht und Machtmissbrauch in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Regeln, Grenzen, Grenzsetzung und Konsequenzen unter deeskalativen Gesichtspunkten
  • Deeskalativer Umgang mit Verweigerung bei Grenzsetzungen oder Aufforderungen (machtarme Alternative zum: Wenn Du nicht, dann ...)
  • Kommunikative und nonverbale Deeskalationstechniken im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Fähigkeiten in unterschiedlichen Erregungs- oder Anspannungszuständen (intensives Training mit Video-Feedback)
  • Schonende, Vermeidungs-, Abwehr-, Löse- und Fluchttechniken bei Übergriffen von Schülerinnen und Schülern verschiedener Altersstufen
  • Spezielle Haltetechniken für Schülerinnen und Schüler in akuten Gefahrensituationen
Fördermöglichkeiten

Viele Unfallversicherungsträger in Deutschland fördern unsere Ausbildung.

Mitwirkende Dozent*innen
 Bernd Anlauf
Experte für den Fachbereich Kinder und Jugendliche