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Deeskalationsschulungen für die Betreuten (Betreutenbefähigung)

Menschen, die in Wohnstätten, Heimen, Großgruppen wohnen oder in WfbMs arbeiten, erleben sehr häufig belastende Situationen mit aggressiven Handlungsgeschehen. Sie verbalisieren dabei zunehmend ihre Hilflosigkeit im Umgang mit solchen Situationen, untereinander und gegenüber den Betreuenden und wünschen sich Hilfe zur Selbsthilfe: „Was soll ich tun?“, „Was kann man da machen?“, „Warum macht der das?“, „Warum streiten die sich?“, „Der soll das nicht machen!“, „Ich habe Angst!“  

Nicht eine weitere Schulung von ihrem Betreuungspersonal ist hier die Lösung, sondern Hilfe und Unterstützung zur Eigenbefähigung, mit Konfliktsituationen, Eskalation und Aggressionen besser umgehen zu können. Die Fortbildung zur Eigenbefähigung ist auf die individuellen Fragestellungen, Ängste, Bedürfnisse und Kompetenzen der Teilnehmer ausgerichtet. Die Themen Streit, Gewalt, Aggression“ werden unter Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen theoretisch erörtert. Hauptsächlich jedoch werden praktische Handlungskompetenzen vermittelt. So wird gemeinsam ein „Markt der Möglichkeiten“ erarbeitet, der Ängste und Unsicherheiten abbaut und zielgerichtetes Handeln ermöglicht.

Ziel ist es, Menschen mit Behinderung, die in irgendeiner Weise von aggressiven Verhaltensweisen Anderer betroffen sind, zu befähigen, mit diesen schwierigen Situationen umgehen zu können, eigene Grenzen zu bemerken und rechtzeitig Hilfe holen zu können. Dieses Konzept versteht sich als Erweiterung des bisherigen ProDeMa®-Schulungskonzept und bildet den ersten Baustein vom ProDeMa®-Klientenbefähigungskonzept.

 

ProDeMa®-Klientenbefähigungskonzept

Zielgruppe:

Menschen mit geistiger Behinderung, die lernen möchten, wie Streit und Aggression entsteht, wie man dies verhindern kann und wie man sich in solchen Situationen verhalten kann. Voraussetzung ist die Möglichkeit, sich verbal äußern zu können.

 

Grundstruktur, Teilnehmerzusammensetzung:

Max. 15 Teilnehmer mit Behinderung. Je nach Behinderungsgrad der Teilnehmer nimmt für je 3-5 Teilnehmer eine Unterstützungsperson aus der Einrichtung teil. Der Referent klärt zuvor mit einen verantwortlichen Ansprechpartner die Möglichkeiten und Ressourcen der Teilnehmer bezüglich Zeiteinheiten, verbale und kognitive Kompetenzen, Räumlichkeiten, mögliche  Teilnehmerzahl, bestehende Fragestellungen etc.

Während der Fortbildung auftretende Fragen oder konkrete Probleme zu dem Themengebiet werden integriert und bilden einen wichtigen Bestandteil des Seminars. Teilnehmende Unterstützungspersonen (pädagogische Fachkräfte) übernehmen ggf. die Betreuung für die Teilnehmer und unterstützen diese in den jeweiligen Kleingruppen, in den Pausen oder in der Nachbetreuung nach der Schulung bei der Umsetzung.

 

Methoden:

Austauschgespräche, Kleingruppenarbeit, Rollenspiele, praktische Situationsübungen mit Filmaufnahmen, bildliche / schriftliche Darstellung, Selbsterfahrung

Inhalte

1. Fortbildungsteil: 2 Tage

  • Strukturierte Kennenlernrunde mit der Möglichkeit Fragen zu stellen, Wünsche zu äußern
  • Kleingruppenarbeit zu Themen wie:        

    • Wo erlebte ich Streit, Gewalt, Ausgrenzung, …
    • Wie habe ich reagiert
    • Wie ging es mir dabei

  • Austausch im Plenum
  • Rollenspiele zu dem Themen Streit und Gewalt:
  • Einfache, praktisch verdeutlichte Vermittlung theoretischer Grundlagen bezüglich Entstehung Streit und Gewalt unter Beachtung der bisherigen Themeninhalte
  • Situationsübungen mit bekannten oder möglichen gewaltbesetzten Situationen und Einübung praktischer Handlungsmöglichkeiten
  • Austausch im Plenum mit Vermittlung von Handlungsmöglichkeiten wenn persönliche Grenzen erreicht werden
  • Wiederholung der Inhalte, Spaziergang durch den „Markt der Möglichkeiten“ mit der Formulierung oder bildlicher Darstellung eines eigenen Handlungskoffers
  • Einrichten von regelmäßigen Kurztreffen mit Unterstützungspersonen
  • Abschlussrunde

 

2. Fortbildungsteil: 1 Tag, optional Erweiterung auf 2 Tage möglich!

  • Begrüßungsrunde mit der Möglichkeit Fragen zu stellen, Wünsche zu äußern
  • Kleingruppenarbeit:

    • Was ist mir aus der letzten Fortbildung in Erinnerung geblieben
    • Was habe ich umsetzen können
    • Wo habe ich noch meine Probleme
    • Was ist besser geworden, was schlechter

  • Austausch im Plenum
  • Wiederholung gewünschter wichtiger Themen
  • Weitere Rollenspiele oder Situationsübungen
  • Erarbeitung neuer Handlungsmöglichkeiten
  • Formulierung oder bildlicher Darstellung eines eigenen Handlungskoffers
  • Abschlussrunde

Steckbrief

  • Dauer: 3-4 Tage

    2 Tage Schulung der Teilnehmer,1-2 weitere Tage zur Vertiefung und zur besseren Nachhaltigkeit im Abstand von einigen Wochen zur Schulung

    Lerneinheiten ca. 30 Minuten (je nach individueller Kompetenz) mit anschließenden, gezielt gestalteten Kurzpausen. 2 „große Pausen“ zu Mittag und Nachmittag

  • Zeit: 09.00-17.00 Uhr

  • Dozent: Ralf Giepen

  • Kosten: 800.-- bis 1200.-- € pro Tag je nach Aufwand zzgl. Fahrtkosten und ggf. Übernachtung

  • Teilnehmer: max. 15 Teilnehmer + Unterstützungspersonen

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